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Ich bin Mahout

Eingefügt von admin   Jan 10, 2010 in Asienreise 2009/2010

In Pakse, einer Stadt im Süden von Laos, buchten wir einen Mahoutkurs. Der Mahout ist der Führer und Pfleger des Elefanten. Der Mahout schaut, dass der Elefant genug Auslauf und genug zu Fressen hat.

Am selben Tag fuhren wir zu den Elefanten in den Nationalpark, wo wir auch übernachteten. Am nächsten Morgen um 09.00 Uhr lernten wir schon die ersten Befehle des Mahouts. Als erstes lernten wir den Befehl: Song-Song. Das bedeutet: Heb das Bein hoch! Das sagt man, damit man über das Bein auf den Hals des Elefanten steigen kann.

Ich konnte es als Erster versuchen. Sie halfen mir ein bisschen, in dem sie mich von unten stützten, denn ich rutschte immer ab. Danach war Brigitte an der Reihe. Auch hier bedurfte es der Mithilfe der Mahouts.

Als Brigitte und ich auf den Elefanten waren, erklärte der Mahout, dass wir Hui sagen müssen damit er läuft. Steuern kann man den Elefanten indem man mit den Beinen an die Rückseite der Ohren drückt. Für rechts drückt man das linke Ohr nach vorne. Für links drückt man das rechte Ohr.

Dann machten wir einen zwei Stunden Treck auf dem Hals des Elefanten durch Dörfer, Reisfelder und Bäche. Brigitte, Daniel und ich wechselten uns als Mahouts auf den zwei Elefanten immer wieder ab. Ich musste mein T-Shirt häufig vor das Gesicht halten, weil der Elefant immer nach hinten ernoss und es eklig spritzte. Der Elefant bespritzte sich auch immer auf den Seiten mit Schlammwasser, weil es so heiss war. Meine schwarzen Hosen sahen dann gleich aus wie die braune Schicht auf der Haut des Elefanten.

Am Mittag assen wir Noodle Soup und gingen um 12.00 Uhr auf einen zweiten Treck. Wir marschierten den Berg hinauf zu einem alten Tempel. Im Schatten eines Baumes erklärte uns der Guide verschiedene Sachen über den Tempel und die Umgebung.

Wegen der unbequemen Haltung auf dem Hals des Elefanten und dem Pieksen der Elefantenhaare, wechselte Brigitte in den Korb, um den Hang runter zu gehen.

Um 15.00 Uhr war der Mahoutkurs fertig. Bei den anderen Elefanten angekommen, sagten die Mahouts uns, wir sollen Haou rufen, damit die Elefanten still stehen.

Als einziger konnte ich noch mit dem alten Mahout und seinem Elefanten nach Hause. Ich half dem Mahout den Korb vom Elefanten zu nehmen und zu versorgen. Danach ritten wir in den Urwald und banden den Elefanten mit einer dicken Eisenkette an einen Baum. Dort konnte er fressen. Als wir zurück spazierten war bereits Nacht.

Jetzt nach diesem Tag war ich auch ein Mahout.

Wir übernachteten beim Treffpunkt der Elefanten. Am Morgen, als wir noch im Bett lagen, liefen die Elefanten ganz nahe am Auto vorbei.

Etienne

 
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Pippo

Eingefügt von admin   Jan 10, 2010 in Asienreise 2009/2010

Bereits seit 7 Monaten reise ich nun mit meiner Familie durch Asien. 29’600 km bin ich schon mitgefahren. Zurzeit bereisen wir Thailand, es ist mein 13. Reiseland.

Am Anfang hatte ich grosse Schwierigkeiten mit dem Autofahren und sabberte den Boden voll, was bei meiner Familie nicht besonders gut ankam. Ich hatte irgendwie Stress, weil ich mich nirgends halten konnte. Im Gelände und auf den schlechten Strassen war es besonders schlimm. Ich musste immer mein Gleichgewicht halten, was sehr anstrengend war. Auch das Ein und Aussteigen über unsere Malerleiter bereitete mir Mühe; die wackelt manchmal so blöd.

Trotz allen diesen Unannehmlichkeiten bin ich jetzt sehr gerne im Auto, besonders wenn wir nicht fahren. Es ist mein Zuhause geworden. Wenn’s draussen zu kalt oder zu heiss wird, wenn’s draussen Ameisen oder Fliegen hat, gehe ich ins Auto. Am liebsten liege ich unter dem Tisch.

Die grösste Freude habe ich, wenn wir irgendwo wild campen. Da gibt es immer viel zu schnüffeln und ich kann rennen und spazieren wo ich will. Ich liebe es, mit Etienne zu spielen. Mit einheimischen Hunden habe ich wenig Kontakt. Die flüchten immer, wenn ich bellend auf sie zu renne. Sie haben Angst vor mir, das kann ich nicht verstehen, ich bin doch so ein lieber Hund! Die wilden Hunde machen auch oft einen ungepflegten Eindruck.

In Vientiane, der Hauptstadt von Laos, fuhren wir an einer Tierklinik mit einem Hundecoiffeursalon vorbei. Da ich nach Ansicht meiner Familie etwas streng roch, was natürlich nicht stimmte, machten sie sofort von diesem Angebot gebrauch. So bekam ich wieder einen Kurzhaarschnitt. Aber das war noch nicht alles. Ich liess mich im typischen laotischen Stil massieren und schamponieren – war das eine Wohltat! Ich war richtig happy nicht mehr im dicken Pelzmantel herumlaufen zu müssen. Die Tagestemperaturen waren immer über 30 Grad und es war sehr feucht.

Bei den Grenzübergängen war es so, dass ich immer im Auto warten musste. Zuerst wurden die Pässe meiner Familie abgestempelt. Anschliessend wurden die Wagenpapiere kontrolliert. Zuletzt kam die Wagenkontrolle. Die Zöllner öffneten die Türe und schauten mir direkt ins Gesicht, da ich direkt hinter der Türe wartete. Die Zöllner gingen immer einen Schritt zurück und machten ein erstauntes Gesicht. Hatten die etwa Angst vor mir? Ihre erste Frage lautete immer: Is this a dog? Als ob man das nicht sofort sieht. Dann wollten sie Dokumente sehen. Ich habe natürlich ein Impfbüchlein. Dieser Ausweis ist rot und hat ein weisses Kreuz auf der Vorderseite, genau wie die Pässe meiner Familie. Innen sind ein tolles Foto von mir, meine Chipnummer und weitere persönliche Angaben. Die Zöllner hielten mein Impfbüchlein für einen Pass. Sie stempelten ihn genau gleich wie die Pässe meiner Familie. Ich war richtig stolz – ich hatte meinen Hundepass.

Am Zoll bei der Einreise nach China hatte ich grosses Glück! Normalerweise müssen Hunde einen Monat in die Quarantäne. Da ich aber in nur 14 Tagen im Transit von Norden nach Süden reisen wollte und mich meine Familie also nicht wieder im Norden hätte abholen können, drückten die Zöllner ein Auge zu. Ich bin sicher, dass wir auch gemeinsam weiter reisen konnten, weil ich den Zöllnern sehr sympathisch war. Eigentlich bin ich ja unwiderstehlich, wenn ich will.

Die Weiterreise ist mir ein bisschen unheimlich. Meine Familie spricht manchmal davon, dass wir gemeinsam nach Indien fliegen werden. Ich weiss zwar nicht was ein Flugzeug ist, aber ich bin sicher, dass ich da wieder mit dem Sabbern und Schlottern anfangen werde.

Pippo

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