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Vientiane – Bangkok

Eingefügt von admin   Jan 10, 2010 in Asienreise 2009/2010

In Vientiane genossen wir das Stadtleben mit seinen Annehmlichkeiten. Wir konnten seit langer Zeit wieder einmal gutes Brot (Baguette) kaufen (in China gibt es kein Brot, das diesen Namen verdient), es gab Butter, Schinken und guten Käse . . . mhhh!

Je länger wir uns darüber informierten wohin unsere Reise uns wohl führen könnte, merkten wir, dass kein Weg an den Tempeln von Angkor Wat vorbeiführen darf. Also änderten wir unsere ursprünglichen Pläne und fuhren Richtung Süden, Richtung Cambodia. Über 1000 Kilometer folgten wir nun dem Flusslauf des Mekong.

Vom Tal des Mekong unternahmen wir verschiedene Abstecher in das Hinterland im südlichen Laos. Wir besuchten zahlreiche Wasserfälle. Dadurch konnten wir der wirklich grossen Hitze etwas entgehen. Sobald wir nur ein paar hundert Meter in die Höhe kamen, wurden die Temperaturen viel erträglicher, insbesondere in der Nacht kühlte es angenehm ab.

Auf dem Bolaven-Plateau auf ca. 1’500 m ü.M. fuhren wir auf kleinen Strassen und Pisten und genossen die Farbenpracht und Vielfältigkeit der Vegetation. Von hier kommt der berühmte Laos-Kaffee. Die Plantagen werden hier meist nicht industriell betrieben, sondern sind im Besitz von laotischen Familien.

Der Besuch der Höhlen von Konglor war für uns sehr beeindruckend. Deshalb ein eigener Bericht über dieses wirklich einmalige Naturwunder.

Auf unserer Reise gegen Süden statteten wir den Elefanten (siehe Bericht von Etienne) und den seltenen Irrawaddy-Delfinen einen Besuch ab. Diese Delfine gelten als die letzten überlebenden echten Süsswasserdelfine der Welt!

Der Mekong ist ein Strom von wirklich gigantischer Grösse. Wir verbrachten ein paar Tage auf einer Insel im Mekong, die 5 km breit und 18 km lang ist. Das Grenzgebiet zwischen Laos und Cambodia wird „4000 Islands“ genannt. Es könnten nach unseren Beobachtungen auch mehr sein.

Unser Abstecher nach Cambodia zu den Tempeln von Angkor Wat war einmalig. Die Grösse der Tempelanlagen, die Vielfältigkeit der Bauten und vor allem die unglaubliche Anzahl von in den Sandstein gemeisselten Figuren, Zeichnungen und Inschriften waren sehr beeindruckend. Wir fanden auf den über tausend Jahren alten Mauern Darstellungen von Ochsenwagen, die genau denjenigen entsprachen, die in ländlichen Gebieten noch heute benutzt werden.

Von Cambodia ging’s nun über die Grenze nach Thailand. Hier wollten wir in erster Linie einmal an den Strand fahren und im Meer baden. Seit unserer Abfahrt aus der Schweiz waren wir noch nie am Meer! Wir fanden an der Ostküste des Golfs von Thailand und auf der Insel Ko Chang ein paar wirklich schöne Plätze, um mit unserem Camper zu stehen. Am Morgen die Tür öffnen, fünf Meter gehen und im Meer schwimmen; was gibt es schöneres?

Zwei weitere Highlights in Thailand bestanden darin, dass wir die Gesellschaft von Freunden geniessen durften. Der Gastfreundschaft von Ueli und seiner Familie und dem Besuch von Mireille, Jürg, Eric und Raoul widmen wir separate Berichte.

Wir sind nun seit einigen Tagen in Bangkok, einer Grossstadt mit zehn Millionen Einwohnern. Entgegen unseren Befürchtungen ist Bangkok eine wirklich sehr angenehme Stadt. Sie ist zwar riesig, der Verkehr gigantisch, der Lärm enorm, trotzdem irgendwie gemächlich, charmant und sicher. In welcher Grossstadt kann man sich nachts zu Fuss noch frei bewegen? In Bangkok ist es möglich!

In Bangkok besorgten wir uns die Visa für die Weiterreise. Wir können nun nach Indien, Pakistan und Iran einreisen. Wie wir nach Indien kommen ist allerdings noch nicht klar. Der Landweg über Myanmar ist wegen der dortigen Situation wohl nicht möglich. Mit den notwendigen (chinesischen) Bewilligungen um über Laos, China (Tibet) und Nepal nach Indien zu reisen ist erst Mitte April zu rechnen, was uns zu spät ist.
Wir werden versuchen unser Fahrzeug von Malaysia nach Chennai (Madras) in Indien zu verschiffen. Mit sehr viel Glück können wir vielleicht auf dem Schiff mitreisen, was uns und auch Pippo am liebsten wäre. Wenn dies nicht möglich ist, werden wir samt Pippo fliegen müssen.

Daniel



















 
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The wonder of Konglor

Eingefügt von admin   Jan 10, 2010 in Asienreise 2009/2010

In Laos hatten wir das Glück ein Naturwunder zu sehen und zu erleben, das uns, und wohl auch vielen anderen Reisenden, bisher unbekannt war. Weder während der Reisevorbereitung noch im Reiseführer lonely planet sind wir auf dieses Naturphänomen gestossen.

Es handelt sich um einen Fluss in der Grösse der Aare bei niederem Wasserstand, der unter einem Berg hindurch fliesst. Das gemächlich fliessende Gewässer verschwindet plötzlich in einer Art Tor am Fuss einer mehrere hundert Meter hohen Felswand. Die Wasserstrasse führt 7,5 Kilometer (!) durch den Berg und wird nach dem Austritt wieder zu einem „normalen“ Fluss.

Mit einheimischen Führern und ausgerüstet mit Stirnlampen und Schwimmwesten fuhren wir in einem der hier typischen motorisierten Langboote durch das relativ kleine Felstor. In der Dunkelheit öffnete sich uns eine völlig neue Welt.

Im Scheinwerferlicht sahen wir am Anfang hunderte von Fledermäusen an der Höhlendecke. Die eineinhalbstündige Bootsfahrt führte abwechslungsweise durch riesige natürliche Gewölbehallen, vorbei an engen Felsvorsprüngen um anschliessend wieder in eine Art Seenlandschaft zu münden. Manchmal waren die Hallen derart hoch, dass auch die starken Scheinwerfer der Führer nicht bis zur Decke reichten. Zwischendurch mussten wir Untiefen zu Fuss überwinden. Es ist ein spezielles Gefühl nur im Lichtschein einer schwachen Stirnlampe im knietiefen Wasser zu waten.

Die ganze Situation war schon ein bisschen unheimlich. Lange Zeit völlige Dunkelheit, keine Möglichkeit sich irgendwie zu orientieren, undefinierbare Geräusche, die manchmal von irgendwoher zu hören waren. Auf alle Fälle waren wir froh, nach eineinhalb Stunden ganz weit weg ein kleines Licht zu sehen, das uns den Ausgang der Höhle anzeigte.

Auf der anderen Seite des Berges präsentierte sich uns wieder der idyllische, ruhige Fluss. Noch etwas benommen von diesem grossartigen Naturschauspiel waren wir froh uns an Land etwas ausruhen zu können.

Die Rückfahrt dauerte weniger lang, da wir flussabwärts fuhren und die Untiefen teilweise durchfahren werden konnten. An einer Stelle, die wir auf der Hinfahrt gar nicht bemerkt hatten, hielten die Führer das Boot an und wir konnten zu Fuss durch die Welt der Stalaktiten und Stalagmiten wandern. Ein kleiner Abschnitt der Höhle wurde beleuchtet, so dass wir auch ein paar Fotos machen konnten.

Die Flussdurchfahrt durch einen Berg war für uns ein wirklich faszinierendes Erlebnis, das den Namen „The wonder of Konglor“ tatsächlich verdient.

Daniel



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