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Ulaan Bataar – China – Vientiane

Eingefügt von admin   Nov 2, 2009 in Asienreise 2009/2010

Am letzten Abend in Ulaan Bataar besuchten wir das Nationaltheater. Wir sahen eine Aufführung von traditionellen Tänzen und Gesängen. Ganz speziell waren die Klänge der Pferdekopfgeige und der Kehlkopfgesang.

Von Ulaan Bataar aus fuhren wir Richtung Süden, Richtung China. Es war bereits recht frisch. Vier Tage später gerieten wir an der chinesischen Grenze in einen sehr kalten Sandsturm. Wie wir später von anderen Reisenden erfuhren, fegte zur gleichen Zeit (Mitte September) ein schlimmer Schneesturm über Ulaan Bataar. Die Strassen gegen Süden wurden für den Autoverkehr für zwei Tage gesperrt. Wir hatten Glück bereits vorher weggefahren zu sein.

Wir passierten den Grenzübergang nach China, d.h. wir reisten aus dem Land Mongolei aus und in die Provinz Innere Mongolei in China ein. In der Inneren Mongolei ist es wie in der Mongolei. Der einzige Unterschied ist, in China gibt es super Teerstrassen.

Die Landschaft veränderte sich sehr, je weiter wir in den Süden fuhren. Die Wüstenregion verwandelte sich in eine Hügellandschaft die überall bewirtschaftet wird.

Schon in Datong, ca.350 km von der Mongolei entfernt, fuhren wir unter dem chinesischen Smog. Dieser Smog zog sich durch ganz Zentralchina bis fast an die Grenze zu Laos.

Überraschend war, dass das Essen immer sehr fein und sehr billig war. Sehr speziell war auch, dass man in ganz China nur Stäbchen zum Essen bekommt. Wir gewöhnten uns jedoch schnell daran. Mir macht es Spass mit Stäbchen zu essen.

Durch Zentralchina fuhren wir fast immer auf der Autobahn. Die Autobahnen waren meistens besser und sauberer als in Europa. Aber die Strassengebühren in China, speziell die für die Autobahn, sind sehr hoch.

In China ist campen fast unmöglich. In der Inneren Mongolei kann man noch wild campen, da es nicht so viele Leute hat. In Zentralchina und in Südchina mussten wir ins Hotel gehen, weil es einfach zu viele Leute hat und das Land überall bewirtschaftet wird.

Miss Spring war unsere Reiseführerin. Sie war kleiner als ich und 24 Jahre jung. Sie begleitete uns bei der Nord – Süd Durchquerung Chinas. Sie erzählte uns viel über China  (Land, Leute, Religion…). Auch bei den Attraktionen konnte sie uns viel Lehrreiches mitteilen. Da Miss Spring nur Englisch und Chinesisch konnte, musste ich die englische Sprache schnell erlernen, damit ich mit ihr sprechen konnte. Weil wir den ganzen Tag zusammen waren, lernte ich recht schnell und einfach.
Miss Spring lehrte mich sogar bis sechs auf Chinesisch zu zählen und ich lehrte ihr bis zwölf auf Deutsch zu zählen. Am Anfang hatte sie Mühe mit dem R bei drei, doch am Schluss konnte sie es doch noch. Es tönte halt wie dry, trocken in Englisch.

Allmählich veränderte sich auch die Landschaft wieder. Von Zentralchinas hügelartiger Landschaft ging es über in steile, vom Regenwald bewachsene Berge.

Auch das Klima veränderte sich sehr. Nach der mongolischen Trockenheit und Kälte wurde es in Zentralchina schon wärmer und in Südchina und Laos dann enorm heiss und feucht. Hier wurde das T-Shirt schon nass vor Schweiss, wenn man nur eine kurze Strecke lief.

In Chengdu bei den Pandas hatte es so viele Mücken, dass wir alle verstochen waren. Weil es so feucht ist, hat es fast überall Mücken und wir müssen uns immer mit Antimoskito-Mittel einreiben.

Nach dem wir China verlassen hatten und in Laos eingereist waren, fuhren wir zuerst nach Luang Namtha, im Norden von Laos. Eine Woche ruhten wir dort aus. Wir mieteten Motorräder und gingen zum Wasserfall. Es hatte sogar ein Becken in dem wir baden konnten. Einmal machten wir eine Bootstour durch den Urwald auf dem Namtha River.

In Luang Prabang, der alten laotischen Hauptstadt, schauten wir uns die fantastisch schönen Kolonialhäuser an.

An einem Tag standen wir sehr früh auf, um das spezielle Prozedere mit den Mönchen zu beobachten. Die Leute machen sich auf dem Trottoir mit Reis und sonstigem Essen parat. Dann kommen die Mönche aus ihrem Wat (Tempel) auf die Strasse. Sie gehen in einer Reihe und jeder hat seinen goldigen Kessel mit Deckel. Zu vorderst die grossen Mönche und am Schluss die Knaben. Sie gehen an den wartenden Leuten vorbei, die ihnen Reis und sonstiges Essen in den Kessel legen. Dann gehen die Mönche zurück in den Tempel und um dort zu essen.

Nach Luang Prabang, der alten Hauptstadt, fuhren wir die kurvenreiche Strecke weiter nach Vientiane, der neuen Hauptstadt von Laos.

Etienne

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Grenze Mongolei – China

Eingefügt von admin   Nov 2, 2009 in Asienreise 2009/2010

Bereits bei der Planung unserer Reise war klar, dass wir den Winter nicht in der Mongolei verbringen können, sondern in den wärmeren Süden reisen müssen. Um diesen Wunsch zu verwirklichen, muss man China durchqueren. Trotz ihrer Grösse hat die Mongolei nur zwei Nachbarländer: Russland im Norden und China im Süden.

Da es sehr schwierig ist mit dem eigenen Fahrzeug durch China zu fahren, fingen wir bereits anfangs Juli in Kasachstan an die Chinareise zu organisieren. Daniel nahm per E-Mail Kontakt mit einem chinesischen Agenten (Mr Wang Lun) auf. Wir mussten ihm per E-Mail Kopien der folgenden Dokumente übermitteln: Pässe, Passfotos, Impfbüchlein von Pippo, Fahrzeugausweis, Fotos des Autos von allen Seiten.
Damit man in China mit dem eigenen Auto fahren darf, benötigt man einen chinesischen Führerausweis, chinesische Nummernschilder und einen chinesischen Reiseführer (Guide), der im Auto mitfährt.

Im August – wir befanden uns in der Mongolei – erhielten wir von Mr Wang Lun die Nachricht, dass am 22. September 2009 eine Gruppe nach China reisen würde und wir uns dieser Gruppe anschliessen könnten. Der Ort der Einreise in China und der Ort der Ausreise nach Laos waren mit unseren Plänen identisch. Die Reiseroute in China könnten wir frei wählen. Das waren Good News! Wir sagten Mr Wang Lun sofort per E-Mail zu.

In Ulaan-Bataar konnten wir ohne Probleme unsere Visa für China besorgen. China kann zu Fuss bzw. mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne weitere Formalitäten frei bereist werden. Trotzdem kam wieder ein unsicheres Gefühl auf, weil wir von verschiedenen Leuten hörten, dass es unmöglich sei, mit dem eigenen Fahrzeug nach China zu reisen.

Mit Hoffnung und mit Bangen machten wir uns auf den 750 km langen Weg an die Grenze. Ca. 200 km vor dem Grenzübergang kam uns auf der Piste ein Mercedes Personenwagen entgegen. Trotz des heftigen und sehr kalten Sandsturms hielten beide Fahrzeuge an. Im Mercedes befand sich ein Ehepaar aus Deutschland im Alter zwischen 60 und 70 Jahren! Der Mann war ziemlich aufgebracht und beschwerte sich darüber, dass er mit seinem Mercedes nicht nach China reisen konnte. Obwohl er vom deutschen Auswärtigen Amt und von der Deutschen Botschaft anders lautende Informationen erhalten hatte, wurde ihm die Einreise verweigert. Er meinte, wir hätten keine Chance nach China zu reisen!
Diese Begegnung verstärkte unser unsicheres Gefühl. Müssen wir wirklich wieder umkehren und zurück nach Russland fahren?

Wir trafen bereits am 20. September in der mongolischen Grenzstadt Zamyn-Uud ein und versuchten von der Post unsere Reiseführerin, deren Telefonnummer wir vom chinesischen Agenten erhalten hatten, anzurufen. Eine Automatenstimme meldete sich: „This is an invalid number.“ Unsere Stimmung war am Boden.
Am nächsten Tag versuchten wir es noch ein Mal, leider mit der gleichen Meldung. Wir gaben jedoch nicht auf und wollten von einem privaten Telefon aus probieren. Am Abend vor der geplanten Einreise fragten wir einen Passanten, der uns spontan sein Handy übergab. Und tatsächlich meldete sich eine reale Frauenstimme in gebrochenem Englisch. Wir machten am nächsten Morgen um 10.00 Uhr am chinesischen Zoll ab. Unsere Stimmung hob sich nach diesem Telefongespräch sofort und wir stiessen mit mongolischen Rotwein an.

Am 22. September passierten wir den mongolischen Zoll ohne Probleme. Dann kam China! Wir waren nervös!

Das chinesische Zollgebäude ist topp modern. Ein Beamter begrüsste uns sehr höflich in englischer Sprache. Nach einer ersten Passkontrolle mussten wir den Wagen parkieren. Wo ist unser Guide?
Es folgte eine Gesundheitskontrolle. Eine Dame mit Mundschutz mass uns auf der Stirn das Fieber; Husten? Erkältung? Halsschmerzen? Viele Fragen mussten auf einem Formular beantwortet werden. Wo ist unser Guide?
Am nächsten Schalter erfolgte die Passkontrolle und wir erhielten die Einreisestempel. Plötzlich sahen wir im Hintergrund zwei kleine Chinesinnen winken, ja das mussten unsere Reiseführerinnen sein!

Ju di hui! Der erste Schritt war geschafft. Wir waren in China und unsere Reiseführerin und diejenige der anderen Reisegruppe waren auch da.

Unsere Reiseführerin heisst Xiao Haiyan und nennt sich Miss Spring (Frühling). Mit ihrer Hilfe mussten wir nun noch den Wagen und natürlich auch Pippo nach China bringen. Es begann eine lange Zeit des Wartens. Inzwischen trafen wir auch die andere „Reisegruppe“. Es war ein Paar aus Australien, das mit ihrem Toyota von England zurück nach Australien fuhr.

Mit dem Taxi fuhren alle zusammen während der Mittagspause – der Zoll ist zwischen 13.00 und 15.30 Uhr geschlossen – in die nahe gelegene Stadt. Wir genossen ein feines chinesisches Essen. Unglaublich, wir waren in China; aber Pippo und der Wagen standen noch am Zoll!

Zurück am Zoll mussten wir wieder warten, warten, warten. Miss Spring „springt“ mit einem Stapel von Papieren von einem Schalter zum nächsten. Es folgte eine Kontrolle des Fahrzeugs. Auch Pippo wurde vom Veterinärbeamten begutachtet. Eigentlich hätte Pippo einen Monat in eine Quarantäne gehen müssen. Da wir jedoch in nur zwei Wochen im Transit durch China reisen wollten und wir ein Impfbüchlein mit vielen Stempeln vorweisen konnten, durfte auch Pippo nach China reisen.

Nun fehlte uns nur noch unser Auto. In der Zwischenzeit war es bereits 17.30 Uhr und der Zoll wurde geschlossen. Was nun?
Wir mussten ins Zollfreilager fahren und wollten dort im Auto übernachten. Dies wurde jedoch nicht gestattet. Wir packten die wichtigsten Dokumente, Wertsachen, persönlichen Utensilien und natürlich Pippo zusammen und fuhren mit einem mulmigen Gefühl in die Stadt in ein Hotel. Ich hatte eine schlechte Nacht. Würden wir nur eine Nacht in China verbringen und dann wegen dem Auto wieder zurückgehen müssen?

Am nächsten Morgen ging’s zurück ins Zollfreilager. Warten, warten, warten. Miss Spring war mit Dokumenten unterwegs, ich ging mit Pippo spazieren, Etienne spielte mit den anderen Touristen Karten und Daniel kontrollierte den Wagen. Es war schon wieder Mittag und die lange Mittagspause begann. Also fing ich an unser Mittagessen parat zu machen. Plötzlich kam Miss Spring mit zwei Zollbeamten. Sie wollten die Chassisnummer kontrollieren. Alles ok! Wir konnten fahren!

Das Abenteuer China konnte beginnen!

Brigitte

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